
Speicherheizung
Elektrospeicherheizung
Kunden im Netz von der EWR Netz GmbH mit unterbrechbaren und temperaturabhängigen Verbrauchseinrichtungen (Elektrospeicherheizungen) können ihren Lieferanten diskriminierungsfrei wählen.
Die EWR Netz GmbH hat das in den Kundensegmenten Haushalt, Gewerbe und Landwirtschaft praktizierte synthetische Standardlastprofilverfahren in sachgerechter Weise modifiziert, so dass eine Belieferung von temperaturabhängigen Verbrauchseinrichtungen möglich ist. Grundlage des Verfahrens bildet der VDN-Praxisleitfaden "Lastprofile für unterbrechbare Verbrauchseinrichtungen", der durch den Verband der Netzbetreiber (VDN) und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus gemeinsam erarbeitetet wurde.
Lastprofile abhängig von der Außentemperatur
Anders als bei den Standardlastprofilen für Haushalt, Gewerbe und Landwirtschaft ergeben sich für die unterbrechbaren, temperaturabhängigen Verbrauchseinrichtungen netzbetreiberspezifisch unterschiedliche Lastprofile. Ursache hierfür sind die divergierenden Aufladecharakteristiken der Kundenanlagen sowie die verschiedenen Freigabe- und Sperrzeiten der einzelnen Netzbetreiber.
Die Außentemperatur und der damit verbundene Wärmebedarf ist die maßgebende Einflussgröße für das elektrische Lastverhalten dieser Verbrauchseinrichtungen. Es sind daher Lastprofile erforderlich, deren Amplituden und Verläufe von der Außentemperatur am Liefertag abhängig sind. Die EWR Netz GmbH wendet Lastprofilscharen an, die in 1°C-Schritten abgestuft sind.
Anwendung der Lastprofile
Unterbrechbare, temperaturabhängige Verbrauchseinrichtungen lassen sich abhängig von der Aufladecharakteristik folgendermaßen differenzieren:
- Elektrospeicherheizung mit/ohne Warmwasserspeicher; Warmwasserspeicher (nur Nachtladung)
- Elektrospeicherheizung mit/ohne Warmwasserspeicher; Warmwasserspeicher (Nacht- und Tagnachladung)
Bei der Versorgung von unterbrechbaren, temperaturabhängigen Verbrauchseinrichtungen ohne Lastgangmessung werden zur Bestimmung der ¼-h-Leistungsmittelwerte temperaturabhängige Lastprofile (TLP) verwendet. Die ¼-h-Leistungsmittelwerte sind für die Einspeisung durch den Lieferanten im Rahmen der Netznutzung erforderlich und geben das durchschnittliche Verbrauchsverhalten von Kundengruppen in Abhängigkeit von der Außentemperatur wider. Die bei der EWR Netz GmbH gültigen Lastprofile für Elektrospeicherheizungen stehen rechts zum Download bereit.
Beim Lieferantenwechsel dieser Kundenanlagen sind einige Besonderheiten zu beachten:
- Falls die Erfassung des Verbrauchs der unterbrechbaren Verbrauchseinrichtung und des übrigen Bedarfs des Kunden durch eine gemeinsame Zählereinrichtung mit Zweitarifumschaltung erfolgt, kann der gesamte Bedarf des Kunden an elektrischer Energie nur von einem Lieferanten geliefert werden. Die Anmeldung (Bilanzkreiswechsel) für beide Verbrauchsarten erfolgt gemeinsam.
- Falls die Erfassung des Verbrauchs der unterbrechbaren Verbrauchseinrichtung und der des übrigen Bedarfs des Kunden durch eine gemeinsame Zähleinrichtung ohne Zweitarifumschaltung erfolgt, kann der über eine Eintarifzählung gemessene Mischbezug aus Heizungs- und Allgemeinverbrauch des Kunden von einem Stromanbieter nur zu Konditionen der Netznutzung für Allgemeinverbrauch (siehe Preisblätter) beliefert werden. Alternativ kann der Kunde beim Netzbetreiber EWR Netz GmbH einen kostenpflichtigen Umbau der Zähleinrichtung beauftragen.
Temperaturabhängige Lastprofile werden für die Belieferung von unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen in folgenden Verfahrensschritten aufbereitet:
- Ausgangspunkt ist das für den Liefertag gültige, auf die spezifische elektrische Arbeit der Lieferstelle (Wärmeenergie, kWh/K) und die Temperatur (°C) normierte Lastprofil. Die spezifische elektrische Arbeit der Lieferstelle ergibt sich als Quotient aus der im vergangenen Abrechnungsjahr benötigten elektrischen Arbeit (kWh) und der Summe der Temperaturmaßzahlen S TMZ (in Kelvin) in diesem Zeitraum; der sich so ergebende Wert wird auf drei Nachkommastellen gerundet.
- Die Temperaturmaßzahl TMZ für einen Tag ergibt sich als Maximum der beiden Werte 1 Kelvin und der Differenz zwischen 18°C und dem Tagesmittelwert der Außentemperatur an der maßgeblichen Messstelle (Tagesmittel); der sich ergebende Wert wird auf eine Nachkommastelle gerundet. Herangezogen wird die dem EWR-Netzgebiet nächstgelegene Messstelle des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt/Main. Das Tagesmittel (Tm; °C) errechnet sich als arithmetischer Mittelwert der 24 einzelnen Stundenwerte des betreffenden Tages; der sich hieraus ergebende Wert wird auf eine Nachkommastelle gerundet. Die EWR Netz GmbH ermittelt das Ist-Lastprofil für den Liefertag auf Basis der spezifischen elektrischen Arbeit der Lieferstelle , des normierten Lastprofils und der äquivalenten Tagesmitteltemperatur (Tm,ä, °C). Die äquivalente Tagesmitteltemperatur ergibt sich als gewichteter Mittelwert der Tagesmittel des Liefertages (Tm(t)) und der drei Vortage gemäß der Formel Tm,ä (t) = 0,5*Tm(t) + 0,3* Tm(t-1) + 0,15* Tm(t-2) + 0,05* Tm(t-3) und einer Rundung auf ganze Grad Celsius. Die sich auf der Basis der Ist-Temperaturen ergebenden ¼-h-Leistungsmittelwerte werden dem Summen-Lastgang der Kunden mit registrierender Leistungsmessung zuaddiert und der Bilanzierung im Rahmen der Bilanzabrechnung zu Grunde gelegt.
Bei gemeinsamen Zähleinrichtungen mit Zweitarifumschaltung, ist bei der Ermittlung der spezifischen elektrischen Arbeit der Lieferstelle Folgendes zu berücksichtigen: Der Jahresverbrauch für den "übrigen Bedarf" ergibt sich rechnerisch ("Verbrauchsumlagerung")
- bei unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen gemäß a) aus dem 1,15-fachen
- bei unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen gemäß b) aus dem 1,25-fachen
Wert der außerhalb der Freigabezeit gemessenen elektrischen Energie. Als Verbrauch für die unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen gilt die Summe aus der während der Freigabezeit gemessenen elektrischen Energie abzüglich 15 Prozent (a) - bzw. 25 Prozent (b) - der außerhalb der Freigabezeit gemessenen elektrischen Energie.
Die Mengenabweichungen bei Lastprofilen für unterbrechbare, temperaturabhängige Verbrauchseinrichtungen werden wie folgt ermittelt:
- Die von einem Kunden an einer Lieferstelle mit unterbrechbaren Verbrauchseinrichtungen und ohne registrierende Lastgangmessung in einem Abrechnungsjahr entnommene Energiemenge wird auf Grund der Zählerablesung im rollierenden Verfahren bestimmt und erforderlichenfalls seitens des Netzbetreibers auf den Beginn des ersten Monats und auf das Ende des letzten Monats des Abrechnungsjahres abgegrenzt. Die Jahres-Mengenabweichung ist gleich der Differenz aus der in dem Abrechungsjahr vom Kunden an der Lieferstelle entnommenen Energiemenge und der für das Abrechungsjahr von der EWR Netz GmbH auf der Basis des Lastprofils und der tatsächlichen Außentemperaturen ermittelten einzuspeisenden Energiemenge.
- Die Saldierung der einzelnen Differenzmengen in einem Monat bei allen Lieferstellen mit temperaturabhängigen Verbrauchseinrichtungen des Lieferanten erfolgt ein Jahr nach dem Ende dieses Monats.




